Auszug aus unserer Konzeption

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1. Grundlagen der Montessori-Pädagogik

In unserer Kindertagesstätte werden die Kinder nach den pädagogischen Grundsätzen Maria Montessoris betreut. Montessoris wichtigster Grundsatz lautet "Hilf mir, es selbst zu tun." Dieser Grundsatz zeigt die Liebe und die Achtung vor dem Kind. Sie arbeitete auf die Unabhängigkeit und die freie Entscheidung des Kindes hin. Das Kind steht im Mittelpunkt mit dem was es ist. Maria Montessori entwickelte besonderes Übungsmaterial, dieses umfasst die Übungen des täglichen Lebens, Sinnes-, Sprach-, Mathematik- und Kosmisches Material, um die Kinder ganzheitlich in ihrer Entwicklung zu fördern. Durch den Umgang mit den verschiedenen Materialien können die Kinder mit allen ihren Sinnen „begreifen" lernen. Begreifen ist in der Montessori - Pädagogik ein grundlegendes Element. Es beruht auf der Erkenntnis, dass kleine Kinder mit dem ganzen Körper und allen Sinnen erleben und lernen. So können die Kinder z.B. Wasser in unterschiedliche Gefäße gießen, mit den Händen die Sandpapierbuchstaben nachfahren, gefundene Schätze aus der Natur mit der Lupe erforschen, Farbtäfelchen sortieren, Zeichnen, Formen, Bilderbücher betrachten und vieles mehr. Die Kinder entscheiden dabei selbst ob sie zu zweit, in kleinen Gruppen oder allein spielen oder arbeiten wollen. Die Erzieherin ist dabei nicht der zentrale Mittelpunkt des Geschehens. Sie hilft dem Kind indirekt, eine Sache zu verstehen, mit dem Material umzugehen oder z.B. einen Konflikt gerecht auszutragen. Hilfe ist dabei die pädagogisch vorbereitete Umgebung, auch der Erzieher ist Teil von ihr. Die vielfältigen Materialien sind übersichtlich in kleinen offenen Regalen untergebracht, so dass die Kinder sich jederzeit das nehmen können was sie möchten. Seien es die Scheren oder Wasserfarben in der Bastelecke, die verschiedenen Übungen des täglichen Lebens, die Sinnesmaterialien, Bilderbücher in der Bücherecke oder Spiele. Jedes Kind ist aber angehalten sorgsam mit dem selbstgewählten Material umzugehen und am Schluss wieder aufzuräumen. Die Freiheit sich seine Tätigkeiten selbst zu wählen ist also auch mit kleinen Pflichten verbunden.

Die Gestaltung der Räume, ihre Anpassung an die physischen und psychischen Besonderheiten der Kinder geben ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Montessori sagte dazu dass die äußere Ordnung auf die innere wirke.

Jedes Montessori - Material ist nur einmal vorhanden. Außerdem ist es so entwickelt, dass die Kinder beim Umgang Fehler selbst bemerken und daraus lernen. Das heißt auch sie müssen nicht von anderen korrigiert werden und ihr Drang zum Tätig sein wird nicht gestört (sie wollen die „Nuss selbst knacken"). Durch die ständige Wiederholbarkeit im Umgang mit dem Material können die Kinder erlerntes auch verinnerlichen. Jedes Kind hat ein unterschiedliches Tempo in dem es Entwicklungsschritte vollzieht. Dafür benötigen die Kinder genügend Zeit. Montessori erkannte das jedes Kind entsprechend seiner Entwicklung Lernschritte macht und dabei bestimmte Bedürfnisse entwickelt. Sie nannte das „sensible Phasen". Dies sind Zeiten besonderer Aufnahme und Lernbereitschaft und gelernt wird spielerisch. Die Möglichkeit der „Freiarbeit" gibt es in jedem Montessori - Kinderhaus, damit die Kinder das tun können was sie für ihre Entwicklung brauchen. Neben dieser „Freiarbeit" und dem Freispiel sind auch gezielte Angebote wichtig z.B. regelmäßiges Turnen, Kreis- und Bewegungsspiele, Bilderbuchbetrachtungen, Betrachtungen in Natur und Umwelt.


2.Erzieherische Grundhaltung

Es ist unser Anliegen:
- Das Kind in seiner Persönlichkeit zu achten.
- Es als ganzen vollwertigen Menschen zu sehen.
- Seinen Willen entwickeln helfen, indem wir ihm Raum geben für freie Entscheidungen.
- Ihm helfen selbständig zu denken und zu handeln.
- Ihm Gelegenheit bieten dem eigenen Lebensbedürfnis zu folgen, denn Kinder wollen nicht nur irgendetwas lernen, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas Bestimmtes (sensible Phasen).
- Ihm helfen Schwierigkeiten zu überwinden statt ihnen auszuweichen.

"Hilf mir, es selbst zu tun" bedeutet auch, dass das Kind zuvor der Orientierung und Hilfe bedarf. Ein Zuviel an Hilfe stört das Kind jedoch beim selbständig werden. Es kommt auf das rechte Maß an. Der Erzieher muss passiv werden wenn das Kind aktiv ist. Es geht also um die Begrenzung des Einschreitens.

Die Erzieherin bereitet die Umgebung vor und ist selbst Teil der vorbereiteten Umgebung. Die Erzieherin kann je nach Situation helfen, beobachten, anregen. Aber immer sollte sie den Zeitpunkt erkennen wo ihre Hilfe nicht mehr notwendig ist. Durch ihr Zurücktreten schafft sie dem Kind den Freiraum in dem es ausprobieren und experimentieren kann, eigene Erfahrungen sammelt und auch Fehler machen darf.


3. Rahmenbedingungen

Die Einrichtung besteht aus einer altersgemischten Gruppe mit 27 Kindern. Betreut und gefördert werden die Kinder von drei staatlich anerkannten Erzieherinnen und einer Heilpädagogin alle mit Montessori - Diplom bzw. in Ausbildung dafür. Das Kinderhaus bietet eine Ganztagsbetreuung. Die Einrichtung öffnet um 7.00 Uhr und schließt um 17.00 Uhr.

4. Zielgruppe

Die Kinder können im Alter von 1,5 Jahren bis zum Schuleintritt betreut werden.

5. Tagesablauf

Ab 7.00 Uhr können die Kinder gebracht werden. Sie können basteln, mit den vielfältigen Montessori - Materialien arbeiten, spielen, Angebote der Erzieher nutzen, frühstücken u.v.m.. Bis 9.00 Uhr sollen alle Kinder anwesend sein, um einen harmonischen, ruhigen Tagesablauf zu gewährleisten. In Absprache mit den Erzieherinnen ist auch eine spätere Bringzeit um 10.30 Uhr in den Garten möglich. Während der Freiarbeit finden auch gebundene Aktivitäten wie z.B. Sport mit jeweils einer kleinen Kindergruppe statt. Gegen 9.30.Uhr räumen die Kinder gemeinsam auf. Es beginnt der Morgenkreis. Kreisspiele, feiern von Geburtstagen, Lieder, Tänze... gehören zu unseren Morgenkreisen dazu. Anschließend gehen wir in unseren, in der Nähe gelegenen, Garten. Hier können die Kinder klettern,wippen,buddeln,mit verschiedenen Fahrzeugen fahren,toben und vieles mehr. Auch die Natur in den unterschiedlichen Jahreszeiten aktiv zu erleben, wie Blumen pflanzen,matschen, planschen, giessen, Laub harken, im Schnee spielen...gehören stets dazu. Gegen 11.45 Uhr wird ein warmes Mittagessen gereicht. Nach dem Mittagessen können bis um 12.30 Uhr die „Mittagskinder“ abgeholt werden. Ca.12.30 Uhr gehen bis auf die Vorschulkinder alle anderen zu Bett, schlafen oder ruhen sich aus. Es beginnt der tägliche Mittagskreis mit verschiedenen gebundenen Arbeiten und Projekten für die Vorschulkinder. Gegen 14.00 Uhr stehen langsam unsere Langschläfer auf und die zweite Abholzeit beginnt. Am Nachmittag haben die Kinder die Möglichkeit Vesper zu essen sich vielfältig zu beschäftigen und zu spielen. Das Kinderhaus schließt um 17.00 Uhr.

6. Feste

Im Kreislauf des Jahres feiern wir zahlreiche Feste. Diese finden auf Gruppenebene, mit oder ohne Eltern statt. Eine besondere Tradition ist der jährliche Ausflug in den Zoo Eberswalde.


7. Ziele und Begründung unserer pädagogischen Arbeit

Unter sozialer Erziehung verstehen wir:
- dass wir ein Vorbild für die Kinder sind und uns dieser Verantwortung bewusst sind;
- dass die Kinder sich als Teil einer Gruppe sehen lernen und danach handeln;
- dass sie lernen, Hilfe zu geben und zu nehmen;
- dass sie ihre Ängste bewältigen lernen;
- dass sie in der Lage sind, Konflikte verbal zu lösen;
- dass sie ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln;
- dass sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, damit sie befähigt werden, in ihrer eigenen, individuellen Art in einer Gemeinschaft sinnvoll und erfüllt zu leben.

8. Zu unserer methodisch didaktischen Arbeit gehören neben der Arbeit mit den vielfältigen Sinnes-, Sprach-, Mathematikmaterialien und den Übungen des täglichen Lebens in der Freiarbeit:

Literatur- und Sprachpflege:
Sprache ist eine Ausdrucksmöglichkeit und unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Besonders hervorgehoben und gefördert wird die Sprache bei:
- Bild- und Bilderbuchbetrachtungen
- Märchen und Geschichten erzählen und erzählen lassen
- Reime, Rätsel, Fingerspiele
- Gespräche
- Kreis-und Bewegungsspiele Rollenspiele, etc.
- Montessori - Sprachmaterial und adaptiertes Sprachmaterial

Kosmische Erziehung / Natur und Sachbegegnungen:
„Am Anfang wollen wir ihm die ganze Welt geben ...Die geringsten Details werden interessant,wenn sie als Teil eines Ganzen dargestellt werden...“(Maria Montessori)
Das Kind wird in seiner Neugierde und seiner Freude am Entdecken und Experimentieren unterstützt. Es macht Spaß, etwas Neues zu entdecken und sein Wissen zu erweitern. Umwelterlebnisse können aufgegriffen und verarbeitet werden.

9. Elternarbeit

Wir wünschen uns eine positive Zusammenarbeit mit den Eltern. Dazu bieten wir an:
- regelmäßige Elternabende
- regelmäßige Elterngespräche (Entwicklungsgespräche)
- Montessori - Nachmittag
- Info-Nachmittag für die Eltern der zukünftigen Vorschulkinder
- gemeinsame Feste feiern (planen und gestalten)
- jährliche Wahl der Elternvertreter und Zusammenarbeit
- Austausch von Infos
- Zusammenarbeit mit Vorstand, Erziehern und Elternvertretern

Wir haben ein offenes Ohr für Probleme, Wünsche und Anregungen. Unsere Ziele sind dabei, die Kinder besser verstehen zu lernen und ihnen somit zu helfen. Wir möchten ein offenes Verhältnis zu den Eltern herstellen. Eine harmonische Zusammenarbeit schafft eine gute Atmosphäre, in der sich die Kinder frei entwickeln und wohlfühlen können.

- Jahreskreislauf in der Natur
- Erleben der Naturelemente- naturwissenschaftliche Experimente- physikalische Versuche
- hauswirtschaftliche Erfahrungen- Umweltschutz

Musik:
Zur Musikerziehung gehören:
- Geräusche und Klänge unterschiedlichster Arten,
- Liedeinführungen, Tänze, erster Umgang mit Instrumenten,
- freie Bewegung zur Musik, Rhythmus.

Bewegungserziehung und Rhythmik:
Diese haben die altersgemäße und individuelle Förderung der Motorik und Sensorik zum Inhalt, z.B. durch regelmäßiges Turnen mit:
- Gymnastik, Lauf- und Bewegungsspielen
- Umgang mit verschiedenen Sportgeräten wie Seilen, Bällen, Reifen...
- Verwendung alternativer Materialien wie Luftballons, Zeitungen...
- Rhythmischen Übungen
- Übungen der Stille (im Sinne der Montessori-Pädagogik z.B. Gehen auf der Linie).

Kreatives Gestalten / Ästhetik:
- Bereitstellung von Material das dem kreativen Umgang dient (z.B. Papier, Scheren, Kleister, Farben, Naturmaterialien, Pinsel usw.),
- Heranführung an unterschiedliche Gestaltungstechniken
- erster Umgang mit Nadel und Faden (sticken,weben,nähen...) als Übung des täglichen Lebens
- erster Umgang mit ausgewählten Werkzeugen an der Werkbank
- Bildnerisches Gestalten
- Plastisches Gestalten
- sie nicht durch eigene Vorgaben zu sehr einengen, weil Kreativität ein Stück mehr Lebensqualität bedeutet, aus der der Mensch Kraft schöpft.

Spiel:
Das Spiel ist die Möglichkeit des Kindes, verschiedene Verhaltensweisen auszuprobieren, beobachtete Situationen nachzuspielen Gefühle und Erlebnisse zu verarbeiten. Ebenso können Erfahrungen mit dem eigenen Können und Wissen gesammelt, und Defizite erkannt und aufgearbeitet werden. Es gibt unterschiedliche Spielformen, wie z.B.: Didaktische Spiele, Kimspiele, schöpferische Spiele, Bau- und Konstruktionsspiele, Gesellschaftsspiele, Rollenspiele die die Kinder täglich nutzen können.

Vorschularbeit:
Wir bereiten die Kinder auf die Schule vor, indem wir vielfältige Arbeiten in Form von Projekten anbieten. Hier wird ein bestimmtes Thema über einen längeren Zeitraum behandelt und mit unterschiedlichen didaktischen Mitteln aufbereitet (z.B. Experimente, Spiele, Bilderbucherzählungen zum Thema, Basteln, Gespräche ...). Jedes Kind gestaltet während dieser Zeit sein eigenes Vorschulheft.


9. Elternarbeit

Wir wünschen uns eine positive Zusammenarbeit mit den Eltern. Dazu bieten wir an:
- regelmäßige Elternabende
- regelmäßige Elterngespräche (Entwicklungsgespräche)
- Montessori - Nachmittag
- Info-Nachmittag für die Eltern der zukünftigen Vorschulkinder
- gemeinsame Feste feiern (planen und gestalten)
- jährliche Wahl der Elternvertreter und Zusammenarbeit
- Austausch von Infos
- Zusammenarbeit mit Vorstand, Erziehern und Elternvertretern

Wir haben ein offenes Ohr für Probleme, Wünsche und Anregungen. Unsere Ziele sind dabei, die Kinder besser verstehen zu lernen und ihnen somit zu helfen. Wir möchten ein offenes Verhältnis zu den Eltern herstellen. Eine harmonische Zusammenarbeit schafft eine gute Atmosphäre, in der sich die Kinder frei entwickeln und wohlfühlen können.


10. Öffentlichkeit

Uns ist bewusst, dass eine Einrichtung für Kinder ein besonderer Interessenpunkt ist. Um unser Kinderhaus zu präsentieren und um auch selbst auf dem laufenden zu sein, gehört zu unserer Öffentlichkeitsarbeit derzeit:
- Hospitationen vor allem für Teilnehmer von Montessori - Diplomkursen
- Informationsveranstaltungen zur Montessori - Pädagogik für zukünftige Erzieher und Erzieherinnen u.a. pädagogische Fachkräfte
- individuelle Besichtigungszeiten und ausführliche Informationsgespräche für Eltern die die Einrichtung kennen lernen möchten
- eigene Homepage

Das ist unser persönliches Anliegen. Mit diesem Kinderhaus wollen wir einen Ort gestalten, an dem sich die Kinder wohl und geborgen fühlen, an dem sie sich entsprechend ihren Entwicklungsgesetzen frei entfalten können und als Persönlichkeit geachtet werden. Sie sollen hier vielfältige persönliche und soziale Kompetenzen erwerben und somit in der Lage sein, diese in ihrem täglichen Leben anzuwenden.


Berlin im Jahre 2013